Dr. Justus Jonas, Einführung zur Ausstellung, 10.9.2005 (Auszug)
Martin Streit nimmt im gegenwärtigen Kunstgeschehen eine auffallend eigenwillige Position ein - auch und gerade vor dem Hintergrund des aktuellen Wiederauflebens figurativer Malerei auf dem Kunstmarkt. Auffallend schon deshalb, weil Streit zum einen seinen Malstil bereits vor Jahren und frei von irgendwelchen Trendüberlegungen entwickelt hat und er zum anderen aus seiner Wertschätzung klassischer Positionen der Moderne (Cézanne, Fautrier, Rothko, Morandi, Calderara etc.) nie einen Hehl gemacht hat. Martin Streits Bilder zeigen ein zwar reduziertes, aber immer benennbares Motivrepertoire (Figuren, Häuser, Würfel, Kugeln, Gefäße, Früchte), doch kann man auch den Eindruck gewinnen, als seien die Gegenstände und Motive als sie selbst gar nicht so wichtig, sondern als bloß Erscheinende, als reine Licht- und Farbphänomene, als pure Malerei...
Martin Streits Kunst markiert eine Position in der Malerei, die auf die Selbstentfaltungskraft der Farbe setzt, ohne Gegenständliches oder Figuratives aufzugeben.
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